Impuls zur Fastenzeit 2026

2. Fastenwoche

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

Beziehungen
Menschen leben in Beziehungen. Da gibt es sehr unterschiedliche Beziehungen: Geschäftsbeziehungen, oberflächliche Kontakte (etwa beim Einkaufen), nachbarschaftliche Beziehungen, beim Teilen eines gemeinsamen Hobbys (im Fitnessstudio, beim Kartenspielen etc.) bis hin zu tiefen, jahrelangen Freundschaften.
In welchen Beziehungen leben Sie?

Bild: Michael Tress

Wenn Sie sich jetzt all Ihre Beziehungen vor Augen führen: welche Gefühle kommen da bei Ihnen hoch? Was empfinden Sie, wenn Sie an diesen oder jenen Menschen denken?
Bei ein paar werden Sie Freude, Glück, Geborgenheit etc. spüren.
Bei anderen eher Zorn und Wut, vielleicht sogar Rachegefühle.
Bei wieder anderen kommen kaum Emotionen hoch.
An den Beziehungen sind wir mehr oder weniger mit all unseren Sinnen beteiligt. Wir sehen, wir hören, wir riechen, wir fühlen. Wir fühlen mit unserem Gespür und erahnen so die Gestimmtheit der anderen. Manchmal dürfen wir auch mit dem Körper fühlen – etwa in einer Umarmung zur Begrüßung oder zum Abschied. Das zeugt schon von einer emotionalen Nähe, von Freundschaft, von Vertrauen.

Die Beziehungen, denen Sie einen gewissen Wert, eine Bedeutung beimessen, werden Sie pflegen durch Kontakte, durch gegenseitige Besuche, durch gemeinsam Erleben.
Diese Kontakte können von Angesicht zu Angesicht sein oder telefonisch oder über die sozialen Medien. Früher hat man noch Karten oder gar Briefe geschrieben.

Was aber, wenn Beziehungen schwierig werden? Wenn es Sprachlosigkeit gibt, wenn man sich nicht mehr versteht? Wenn Beziehungen einseitig werden, wenn einer in der Beziehung oft zu kurz kommt? Manche Beziehungen vertragen eine längere Pause, andere brauchen eine gewisse Regelmäßigkeit. Aber so oder so – wenn der Kontakt zu lange ausbleibt, verkümmert die Beziehung und hört schließlich ganz auf. Das gemeinsame Interesse an dieser Beziehung ist existenziell wichtig. Gibt es dann die Möglichkeit eine Klärung? Gibt es dann die Möglichkeit, Beziehung zu weiten? Sich zu verabschieden von dem Anspruch, dass man/ frau die Bedürfnisse der/s anderen zu erfüllen hat? Sich damit abzufinden, dass wir eben Menschen sind mit begrenzten Fähigkeiten und Möglichkeiten und nicht alles vermögen?

Und dann gibt es ja noch die Beziehungen, die geprägt sind durch den Tod des anderen. Die lebendig sind in der Erinnerung. In der Erinnerung an gemeinsam verbrachte Zeit, an gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, an gemeinsame Gespräche, an Berührungen von Körper zu Körper, von Herz zu Herz, von Seele zu Seele. Manchmal werden diese Erinnerungen unterstützt durch Bilder, durch Geschriebenes, durch Gegenstände…. Manche Menschen heben die Sterbebilder ihrer Familien und Freunde auf. Weil diese Menschen Teil ihrs Lebens waren, Teil ihres Lebens sind.

Foto: Michael Tress

Vielleicht mögen Sie mal in der kommenden Woche Ihre Beziehungen anschauen.

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Der Satan zitiert die Bibel

Ich habe eine sehr interessante, weil ungewöhnliche Interpretation des morgigen Evangeliums gelesen.

In der morgigen Sendung „Lebenskunst“ des ORF weist Elisabeth Birnbaum, Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks darauf hin, dass sowohl Jesus als auch der Versucher die Bibel zitieren. Sie tun es allerdings auf höchst gegensätzliche Weise. Der Satan versucht eine Manipulation, während Jesus Gott in den Mittelpunkt rückt. Die Bibel kann also höchst unterschiedlich verwendet werden – auch heute noch.

Darin liegt für mich die Aktualität dieser Interpretation. Ich erinnere mich an einen amerikanischen Präsidenten , der sich mit der Bibel in der Hand vor Reporter stellt (und wohl wenig Ahnung davon hat, was in diesem Buch steht). Andere reißen einzelne Verse heraus und begründen ihre eigene Ideologie damit. Gerade radikale und fundamentalistische Christen oder auch Politiker, die eine fundamentalistische Sicht auf das Christentum vertreten (etwa in der Migrationsfrage), haben wenig Kenntnis von sehr differenzierten Aussagen der Bibel. Sie benutzen die Heilige Schrift manipulativ für eigene Zwecke und Ziele. Hier wäre eine größere Differenzierung und genaueres Lesen notwendig.

Wer diesen sehr lesens- und hörenswerten Beitrag in der Gänze kennenlernen möchte, findet ihn unter folgendem Link:

https://religion.orf.at/radio/stories/3234082/

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Impuls zur Fastenzeit 2026

1. Fastenwoche

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

„Hier bin ich, Gott, vor dir, so wie ich bin.“

Dieser Satz hat mich vor zehn Jahren in den Exerzitien im Alltag begleitet. Genauer: ich bin über diesen Satz nicht hinausgekommen. Weil ich immer an dieser Stelle überlegt habe: Wie bin ich denn jetzt gerade da?

Was meinen Sie, wenn Sie „ICH“ sagen? Wer ist dieses „ICH“? Wer ist das, die/ den Sie daheim in Ihrem Spiegel sehen?

Foto: Michael Tress

Sie haben einen Körper. Sie sind ein Körper. Mit Spuren Ihres gelebten Lebens, mit Falten (Lach- oder Sorgenfalten), vielleicht mit Gebrauchsspuren, vielleicht mit Narben …

 Sie haben eine Geschichte. Sie sind in einer bestimmten Familie aufgewachsen, an einem konkreten Ort. Sie haben eine Ausbildung gemacht und vielleicht auch in einem Beruf gearbeitet (mit all den schönen, aber auch schwierigen Erfahrungen, die es gibt). Vielleicht ist Ihre Abeitsphase schon vorbei. Vielleicht haben Sie sich ausschließlich der Familie gewidmet. ….

 Sie haben Erfahrungen in Ihrem Leben gemacht: freudevolle und schmerzreiche, prägende (vielleicht sogar traumatisierende), Sie haben Kräfte entwickelt und Kompetenzen, Sie haben Rückschläge erlitten und hoffentlich auch Solidarität erfahren.

 Sie haben Beziehungen aufgebaut, Freundschaften und Liebe erlebt. Sie haben Halt erfahren und Geborgenheit, Beheimatung. Sie haben aber wohl auch den ein oder anderen Verlust verarbeiten müssen. Vielleicht bestehen Ihre Beziehungen jetzt weitgehend aus Erinnerungen. Bestimmt waren und sind Sie für andere Menschen wichtig und bedeutungsvoll. Ich erinnere mich an eine alte, bettlägerige Frau, die von sich gesagt hat: „Früher hab ich viel für andere gemacht. Jetzt, wo ich nichts mehr tun kann, bin ich ein großes Ohr, das zuhört. Und das für andere betet.“

Ihnen sind bestimmte Werte wichtig, für die Sie eintreten. Oder wo Sie sauer und zornig werden, wenn jemand diese Werte verletzt. Vielleicht haben sich diese Werte im Laufe Ihres Lebens auch verändert. Was früher wichtig war, ist es jetzt nicht mehr und umgekehrt.

 Vielleicht fallen Ihnen in einer Stillezeit noch andere Punkte ein?

 Wer ist das, die/ den Sie mit dem Wort „ICH“ benennen?

 

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Kino im Quartier im Februar 2026

Die Caritas Mühldorf lädt wieder zu einem Filmnachmittag ein. Am kommenden Donnerstag, den 26. Februar, wird im Cafe Ratatouille um 17 Uhr wird der Film Monsieur Claude und sein großes Fest gezeigt. Das verspricht ein heiterer Nachmittag zu werden – zum einen durch den Film, zum anderen durch die Begegnung mit anderen Menschen. Der Eintritt ist frei, Kaffee und Kuchen gibt es gegen eine Spende.

Flyer der Caritas Mühldorf

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Impuls zur Fastenzeit 2026 – Aschermittwoch

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

Was hören Sie gerade? Jetzt, in diesem Moment? Versuchen Sie mal, alle Geräusche zu identifizieren. Und nehmen Sie sich dafür ruhig eine Minute Zeit.

Foto: Michael Tress

Und? Was haben Sie gehört?

Können Sie sich Orte vorstellen oder Zeiten, an denen nichts zu hören ist? Nichts, absolut nichts? Das ist heutzutage kaum vorstellbar.

Da, wo ich wohne, ist es nachts still. Kein Auto, keine Stimmen, kein Tier.

In einer Kirche ist es still.

Aber wenn es um mich herum ganz still ist, höre ich meinen Atem.

Wenn ich selber ganz still da sitze und nichts tue, höre ich meinen Atem noch viel besser.

Mein Atem kommt und geht – kommt und geht.

Meine Gedanken kommen und gehen – kommen und gehen.

Meine Erinnerungen kommen und gehen – kommen und gehen.

Meine Gefühle kommen und gehen – kommen und gehen.

Wie ist es für Sie, wenn Sie sich dafür bewusst Zeit nehmen?

Wie lange halten Sie das aus? Vielleicht sind am Anfang drei Atemzüge lang.

Vielleicht braucht es eine gewisse Übung.

Wie geht es Ihnen dabei?

Vielleicht bekommen Sie Lust, das öfter auszuprobieren – auch mal mitten am Tag, zwischendrin.

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Gedanken über das Lachen

Gestern war ich wieder wie jeden Donnerstag von 10 bis 11 im Globus zu meiner offenen Sprechstunde. Plötzlich kam eine Frau zu mir, die ich immer nur mit grimmigem Blick gesehen habe. Sie meinte: „Da müssen Sie sich sicher viel Schmarrn anhören.“ – „Nein, einen Schmarrn haben mir die Menschen noch nie erzählt. Aber viel von ihrem Leben.“

Es gab ein kurzes Gespräch mit dieser Frau und am Ende hat sie – gelacht! Ihr Gesicht hat jede Härte verloren und ist ganz weich geworden. Das hat mich sehr gefreut, zumal am „unsinnigen Donnerstag“.

Im Nachgang hat mich das noch beschäftigt, wie sehr ein Lachen einen Menschen verändern kann – und sei es auch nur für einen kurzen Augenblick. Viele Menschen lachen wenig, sie haben wohl auch wenig Anlass dazu. Zu sehr verschließen die Sorgen und Nöte des Alltags den Blick und das Herz.

Dabei gäbe es so viel: ein kleines Gespräch eben, ein Lächeln im Vorübergehen, die Freude eines Kindes, ein Blumenstrauß (nicht nur am Valentinstag), eine sanfte Berührung, ein Flachwitz, ….

Lachen und Humor sind wichtig für eine gute Gesundheit. Ein Lächeln schafft Begegnung, gemeinsames Lachen erzeugt ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Manches Gesicht zeugt mit den Lachfalten von einer optimistischen Lebenseinstellung – trotz aller schweren Erfahrungen. Diese Lebensfreude kann sich übertragen auf andere. Selbst eine Demenz bietet Anlass zu Freude und Heiterkeit.

Wir haben noch ein paar Tage Fasching. Eine Zeit, das Lachen, die Lebensfreude bewusst zu entdecken und auszuprobieren. Und wenn’s bloß alleine vor dem Spiegel ist beim Grimassen schneiden.

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Alte Menschen kompetent begleiten

Ein Besuchsdienstkurs

Die Seniorenseelsorge und die Krankenseelsorge im Landkreis Mühldorf, namentlich Marianne Kaltner und Georg Stürzl, bieten einen Kurs an für Menschen, die „alte Menschen kompetent begleiten“ wollen (so der Titel).

In vier Modulen zu je drei Stunden erfahren die Teilnehmer*innen, wie sie ihren Besuch bei Senior*innen gut gestalten können. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Besuche daheim oder im Seniorenheim stattfinden. Die Senioren freuen sich so oder so – und die Besucher auch. Es ist eine sehr Sinn stiftende und erfüllende Aufgabe, regelmäßig und zuverlässig sich zu treffen, zu ratschen, zu spielen, spazierenzugehen etc. – was immer beiden Freude macht.

Der Kurs ist kostenfrei, eine Teilnahme (immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr im Seniorenheim Sonnengarten Charleston in Mühldorf) nur an allen Modulen möglich.

Die Senioren- und Krankenhausseelsorge bittet um eine Anmeldung bis zum 20. Februar 2026. Die Kontaktdaten finden Sie im Flyer unten.

Flyer der Seniorenseelsorge

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Einmal auftanken bitte

Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner bietet in Zusammenarbeit mit der Caritas einen Nachmittag für pflegende Angehörige an. Der Austausch mit Menschen unter ähnlicher Belastung hat sich als äußerst hilfreich erwiesen. Man merkt, dass andere mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und teilt miteinander die Lösungsversuche.

Der Nachmittag findet am Donnerstag, den 19. Februar von 14 bis 16 Uhr im Caritaszentrum in Mühldorf statt. Eine Anmeldung wird bis zum 13. Februar gewünscht.

Ganz wichtig: falls Sie für Ihren zu pflegenden Angehörigen eine Betreuung brauchen, melden Sie sich bitte baldmöglichst bei der Caritas.

Im Flyer unten finden Sie die Kontaktdaten.

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Wie gestalten wir das Alter?

Unter diesem Titel gibt es morgen, 2. Februar 2026 um 19:04 Uhr eine weitere Folge aus der Reihe „Das philosophische Radio“. Diese Reihe sendet der Sender WDR 5 unter der Leitung von Jürgen Wiebicke. Diesmal ist der Philosoph Michael Quante zu Gast. Im Bild unten sehen Sie meinen Screenshot der Sendungsseite des WDR 5 mit näheren inhaltlichen Angaben.

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Hinaus in die Tiefe

Exerzitien im Alltag 2026

Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner bietet auch in diesem Jahr wieder Exerzitien im Alltag an.

Das ist eine geführte Zeit in der Fastenzeit, in der man/ frau sich auf die Suche begibt nach Spuren des Göttlichen im Alltag. Dazu helfen die Materialien, die wöchentlichen Gruppentreffen und die täglichen Zeiten für die eigene Besinnung.

Eingeladen sind Menschen in der 2. Lebenshälfte. Die wöchentlichen Gruppentreffen finden immer mittwochs statt von 9 bis 11 Uhr im Kloster Zangberg – beginnend am 25. Februar.

Marianne Kaltner bittet um eine Anmeldung bis zum 13. Februar. Die Kontaktdaten und nähere Informationen finden Sie auf dem Flyer unten.

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